Gleichgewicht an virtuellem und physischem Arbeiten

Gleichgewicht an virtuellem und physischem Arbeiten – Interview über Unternehmenskultur mit Adrian Brunner, HR Manager, CISCO


Interviewer: Marco S. Maffei

Herr Brunner, herzlichen Dank für die Interview-Möglichkeit.1 Mich interessiert Ihre Erfahrung als HR Manager zum Thema Unternehmenskultur. Unter Unternehmenskultur verstehe ich die Art und Weise, wie sich die Menschen in einem Unternehmen verhalten.

Wie beurteilen Sie die Bedeutung von Unternehmenskultur im Kontext der Unternehmensführung?
Adrian Brunner: Die Unternehmensführung und die Unternehmenskultur prägen sich gegenseitig. Der Vorteil einer starken Unternehmenskultur liegt darin, dass die Führung gezielt stattfinden kann, da zum Beispiel Vision und Werte bereits bekannt sind und diese gemeinsame Plattform die Zusammenarbeit erleichtert.

Welche Zusammenhänge sehen Sie zwischen Unternehmenskultur, Performance und Fluktuationskosten?
Adrian Brunner: Hier besteht eine grosse Verknüpfung. Wer sich mit der Unternehmenskultur identifizieren kann, bringt sich viel eher ein. In einer sich schnell wandelnden Branche wie die der IT kann eine zu tiefe Fluktuationsrate jedoch auch hinderlich sein. Die Führung ist dann umso mehr gefordert, Veränderungen herbeizuführen – zum Teil auch mittels personellen Wechseln.

Welche unternehmenskulturellen Massnahmen haben Sie bereits getroffen?
Adrian Brunner: Wir haben beispielsweise unser bisheriges Performance-Rating-System abgeschafft und den People-Deal eingeführt. Hier geht es darum, die Erwartungen der einzelnen Mitarbeitenden mit denen der Unternehmung optimal abzustimmen, um so z.B. die Interaktionen individueller und bedarfsgerechter zu gestalten. Oft braucht es einen regelmässigeren Austausch als ein Rating pro Jahr. Für den einen ist ein 10 minütiges Briefing pro Woche dienlich, für den anderen ein zweistündiges Meeting pro Monat etc.

Welche aktuellen Herausforderungen hinsichtlich Unternehmenskultur gibt es Ihrer Ansicht nach?
Adrian Brunner: Eine grosse Herausforderung ist das Gleichgewicht zwischen virtuellem und physischem Arbeiten. Zum einen bieten die virtuellen Möglichkeiten sehr flexible Lösungen, da die Mitarbeiter orts- und zeitunabhängig miteinander vernetzt sind. Zum anderen braucht es Inseln, wo Menschen physisch zusammenkommen und einen Winner-Spirit aufbauen können. Ein solches Umfeld ermöglicht eine positive Dynamik und fördert die Innovation und Kreativität.

Welche unternehmenskulturellen Trends bestehen Ihrer Meinung nach?
Adrian Brunner: Die Digitalisierung und Automatisierung schreiten weiter voran. Es geht darum, sich noch einfacher zu verbinden. Dies birgt ein gewisses Risiko, sich nicht genügend abgrenzen zu können. In diesem Zusammenhang werden wir unweigerlich auch mit der künstlichen Intelligenz konfrontiert. Hier braucht es ein gesundes Mass an Offenheit und kritischem Hinterfragen. Ich sehe die künstliche Intelligenz jedoch nicht als Konkurrenz zur menschlichen. Neue Geschäftsbereiche und Berufe entstehen. Neue Kompetenzen werden gefragt sein. Altes wird durch Neues ersetzt. Insgesamt brauchen wir meines Erachtens aber keine Angst zu haben, dass wir nichts mehr unter Kontrolle oder nichts mehr zu tun hätten.

Abschlussfrage: Was verstehen Sie unter Unternehmenskultur?
Adrian Brunner: Unter Unternehmenskultur verstehe ich die Art und Weise, wie man innerhalb einer Firma zusammenarbeitet und kommuniziert.


Die von powernavi geführte Interview-Reihe fand in der zweiten Hälfte 2016 statt. Hier folgt ein Auszug der ungefähr 20 Interviews mit Geschäftsführern und Personalverantwortlichen aus den Branchen Baugewerbe, Maschinen- und Anlagebau, Detailhandel, Finanzdienstleistungen, Personaldienstleistungen, IT/Internet, Energie, Gesundheit und soziale Dienste, öffentlicher Dienst.


Über CISCO:

Netzwerke sind heute ein wichtiger technologischer Bestandteil des Geschäfts- und Alltagslebens. Die von Cisco entwickelten Produkte auf Basis des Internet-Protokolls (IP) bilden die Grundlage dieser Netzwerke und machen das Unternehmen zum weltweit führenden Anbieter von Netzwerk-Lösungen für das Internet.

Heute sind bereits mehr als 15 Milliarden Dinge mit dem Internet verbunden, das ist jedoch nur etwa ein Prozent dessen, was möglich ist. Cisco setzt sich für die weiterführende Vernetzung von Menschen, Prozessen, Daten und Dingen ein und spricht hier vom „Internet of Everything“. Für Unternehmen eröffnet das Internet of Everything nahezu grenzenlose Möglichkeiten: Durch das Zusammenspiel von Personen, Prozessen, Daten und Dingen mit dem Internet können sie Prozesse optimieren, Ressourcen effizienter als bislang nutzen und sich so Vorteile gegenüber Wettbewerbern verschaffen. Das Geschäftspotenzial, das Unternehmen aus dem Einsatz der Internet of Everything Technologie-Innovationen entsteht, beziffert Cisco mit insgesamt 14,4 Billionen US-Dollar.

Im Geschäftsjahr 2015 erzielte Cisco einen Umsatz von 49,2 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen hat derzeit weltweit mehr als 71.500 Mitarbeiter, CEO ist seit August 2015 Chuck Robbins.