powernavi Blog: Mensch & Maschine

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11. August 2018, von Marco S. Maffei:

Liebe PolitikerInnen, Führungskräfte, WissenschaftlerInnen, LehrerInnen und Eltern

Falls ihr die komparativen Vorteile des Menschen gegenüber der Maschine stärken wollt, dann investiert nicht in die Prozessoptimierung von Kognition, sondern in den Systemwechsel von Kognition zu Intuition.

Beste Grüsse
m

PS:

  • Kognition: Gesamtheit aller Prozesse, die mit Wahrnehmen und Erkennen zusammenhängen
  • Intuition: Fähigkeit, komplexe Situationen zu erfassen

12. August 2018, von Marco S. Maffei:

Eine vertrauenswürdige Person zeichnet sich dadurch aus, dass sie übereinstimmende Signale sendet, ihre Absicht, Worte, Taten und Emotionen also miteinander in Einklang stehen.

Ob die Signale übereinstimmen, kann ein Mensch jedoch nur mit einer hoch entwickelten Intuition wahrnehmen.

Ohne diese ist er leicht manipulierbar und bleibt eine Marionette: unselbstständig und von anderen als Werkzeug benutzt.


13. August 2018, von Marco S. Maffei:

Was Prof. Dr. Peter Kruse schon lange erkannte:

A) Was in komplexen und instabilen Situationen NICHT FUNKTIONIERT:

  1. Steuerung (durch Zielvorgaben)
  2. Regelung (durch Kontrolle und Korrektur)
  3. Reagieren (durch Versuch und Irrtum)

B) Was in komplexen und instabilen Situationen FUNKTIONIERT:

  1. Entwicklung von Visionen
  2. Vertrauen auf Intuition
  3. Sensibilisierung für die Wahrnehmung aktueller Gegebenheiten
  4. Flexibles Sich-Einlassen auf jede noch so kleine Veränderung

13. August 2018, von Marco S. Maffei:

Doch wer vertraut 100% seiner Intuition?

Wie soll man auch auf etwas vertrauen, das a) nicht hoch entwickelt ist und b) weder zu Hause noch in der Schule oder im Beruf gelehrt wird...

Die Herausforderung besteht vor allem darin, dass Intuition nur lehren kann, wer sie auch erlebt und erfahren hat, ganz im Gegensatz zu den uns bekannten kognitiven Fächern: hier genügt in der Regel auswendig lernen und methodisch-didaktisch mehr oder weniger geschickt wiedergeben.


14. August 2018, von Marco S. Maffei:

Was heisst es nun, nicht mehr in die Kognition, sondern in die Intuition zu investieren?

Für eine umfassendere Einsicht braucht es ein wenig Vorwissen:

  • Intuition ist ein Zustand und kein Prozess.
  • Intuition ist (schon da) und kann nicht (willentlich/absichtlich) herbeigeführt werden.
  • Intuition lässt sich nicht gezielt verändern, nicht direkt steuern und auch nicht kontrollieren.
  • Intuition ist erlebbar und erfahrbar (wenn die Signale lauter sind als das Rauschen ihrer Umgebung).
  • Intuition ist indirekt beeinflussbar.

In die Intuition investieren bedeutet also, sie indirekt zu beeinflussen:

  1. Rauschen* beobachten
  2. Signale** beobachten
  3. Voraussetzungen schaffen, in denen Beobachten möglich ist.

Mit der Beobachtung verändern sich sowohl das Beobachtungssubjekt wie auch das Beobachtungsobjekt. Wie und wie stark sie sich verändern, lässt sich nicht vorhersagen: Kleine Impulse können grosse Auswirkungen haben und grosse Impulse können wirkungslos bleiben.

Eine zentrale Bedeutung beim Beobachten hat das Vertrauen (auf die Selbstregulierungskraft der Intuition) – aber dies ist ein anderes Thema und soll an anderer Stelle erläutert werden.

* z.B.:

  • kognitives Rauschen (Glaubenssätze, Denkfehler, denken, lesen);
  • emotionales Rauschen (blinde Flecken, Angst, Trauer, Wut, Verachtung, Überraschung, Freude, wünschen, hoffen);
  • akustisches Rauschen (Lärm, Film, Musik, Reden);
  • physisches Rauschen (Arbeit, Sport, Aktivitäten: tun, handeln, üben, essen, schlafen, «lieben»).

** z.B.:

  • kognitive Signale (Gedankenblitze);
  • emotionale Signale (Glücksgefühle);
  • akustische Signale (Herzschlag);
  • physische Signale (Orgasmus).

15. August 2018, von Marco S. Maffei:

Wer meint, Intuition könne durch Aktivitäten erreicht werden, unterliegt einer Illusion. Dass ein Mensch sich seiner Intuition bewusst ist, ereignet sich vielmehr zufällig, unabhängig von dem, was er tut oder unterlässt. Eine Handlung – auch Unterlassen gehört dazu – mag mit dem Erleben und Erfahren von Intuition (zeitlich) korrelieren, ist aber keine Kausalität für Intuition.

Intuition ist weder das Signal noch das Rauschen, weshalb die Signale und das Rauschen oder deren Unterscheidbarkeit (die Grenzen sind sowieso fliessend) an Relevanz verlieren. In Bezug auf das Entwickeln von Intuition sind Signale nützlicher, da sie im Vergleich zum Rauschen einen geringeren Komplexitätsgrad aufweisen.

Was ist Intuition?

Intuition ist das dazwischen, die vermeintliche «Leere» zwischen Signalen und/oder Rauschen. Vermeintlich, weil dieses «Nichts» alles umfasst, was nicht ist:

  • Alles, was nicht mehr ist;
  • Alles, was noch nicht ist;
  • Alles, was das «IST» verbindet.

Demnach ist Intuition ein idealer Sensor für das Wahrnehmen und Erkennen von:

  • Interaktionen (zwischen Signalen und/oder Rauschen)
  • Mustern (Regelmässigkeiten, Wiederholungen, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Harmonie/Disharmonie, Kongruenz/Inkongruenz, etc.)
  • Algorithmen (Aufgabenlösungswege)
  • Komplexität (Vernetzung, Dynamik)

Mithilfe von Intuition kann ein Mensch also Ordnung in chaotisch wirkende Verhältnisse bringen.

Zum Beispiel ist es dank Intuition möglich wahrzunehmen und zu erkennen, ob die Signale bzw. das Rauschen einer Person (Absicht, Taten, Worte und Emotionen) stimmig sind oder nicht, ob die Person dementsprechend vertrauenswürdig ist oder nicht.

Intuition ist somit die Fähigkeit, komplexe Situationen (rasch und vollständig) zu erfassen (und dazwischen zu lesen). Ein Mensch mit einer hoch entwickelten Intuition ist folglich hochgradig intelligent (Intelligenz von lat. inter legere: dazwischen lesen).

Doch was lernen wir zu Hause, in der Schule, im Beruf oder in unserer Freizeit? Mit ein paar wenigen Ausnahmen lernen wir, wie wir kognitiv Signale und Rauschen produzieren. Dies wirkt banal und trivial, zumal die Forschung und Entwicklung ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Künstliche Intelligenz (Maschinen) richtet.

Deshalb drängt sich die Investition in den Systemwechsel von Kognition zu Intuition förmlich auf – zumindest für all diejenigen, welche die komparativen Vorteile des Menschen gegenüber der Maschine stärken wollen.


16. August 2018, von Marco S. Maffei:

Die individuelle intuitive Intelligenz ist praktisch: In komplexen Systemen dient sie als zuverlässige Navigationshilfe, vorausgesetzt, die Intuition ist «ent-wickelt» von den (sie umhüllenden) Denkfehlern und (emotionalen) blinden Flecken. Synergieeffekte resultieren allerdings nur, wenn Menschen mit hoch entwickelter Intuition zusammenwirken. Richtig interessant wird es demgegenüber erst mit der Vernetzung intuitiver Team-Intelligenz (Mensch) und künstlicher Intelligenz (Maschine).

Zu diesem Zweck habe ich das «Projekt 13» ins Leben gerufen. 13 ist die Netzwerk-Intelligenz, aktiviert in einer ersten Phase aus der Vernetzung intuitiver Intelligenz und in einer zweiten Phase aus der Vernetzung intuitiver und künstlicher.

Das Ganze (Netzwerk-Intelligenz) ist deutlich mehr als die Summe aus den Einzelteilen (Intelligenz der Beteiligten). Doch das Ganze wäre deutlich weniger ohne den einzigartigen Beitrag jedes einzelnen Akteurs.

Im Mittelpunkt steht das Vertrauen (auf die Selbstregulierungskraft der Intuition) – aber der Aufbau einer wirksamen Vertrauensbasis ist ein anderes Thema und soll an anderer Stelle erläutert werden.

Bei Interesse am «Projekt 13» melde dich einfach bei mir:

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PS:
Welche Fragestellungen erachtest du als relevant im Zusammenhang mit menschlicher und künstlicher Intelligenz?


23. November 2018, von Marco S. Maffei:

Fragen in Zusammenhang mit menschlicher und künstlicher Intelligenz

Herzlichen Dank für die interessanten Fragen, von denen wir im «Projekt 13» die Folgenden beantworten werden:

  1. Was haben menschliche und künstliche Intelligenz gemeinsam?
  2. Worin unterscheiden sich menschliche und künstliche Intelligenz?
  3. Wie verändert sich die Grenze zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz?
  4. Wie beeinflussen sich menschliche und künstliche Intelligenz wechselseitig?
  5. Welche Möglichkeiten, Interferenzen, Abhängigkeiten und Unabhängigkeiten entstehen durch die Wechselwirkungen von menschlicher und künstlicher Intelligenz?
  6. Was ist (unter welchen Umständen) für den Menschen wahrnehmbar, was nicht?
  7. Wie kann der Mensch seine Informationsverarbeitung verbessern?
  8. Wie steht es um das Kontrollvermögen des Menschen über die Maschine?
  9. Wie steht es um das Kontrollvermögen der Maschine über den Menschen?
  10. Wie kann der Mensch seine Anpassungsfähigkeit an die sich verändernde Umwelt verbessern?
  11. Wie kann der Mensch die Koordinationsfähigkeit zwischen Mensch und Maschine verbessern?
  12. Mit welchen Anpassungsgrenzen ist der Mensch konfrontiert?
  13. Welche Anpassungsgrenzen hat die Maschine?
  14. Mit welchen Koordinationsgrenzen zwischen Mensch und Maschine ist der Mensch konfrontiert?
  15. Welche Koordinationsgrenzen zwischen Mensch und Maschine hat die Maschine?
  16. Wie steht es um die Lern- und Entwicklungsbereitschaft des Menschen?
  17. Wie steht es um die Lern- und Entwicklungsbereitschaft der Maschine?
  18. Mit welchen Wachstumsgrenzen ist der Mensch konfrontiert?
  19. Welche Wachstumsgrenzen hat die Maschine?
  20. Wie können Wachstumsgrenzen von Mensch und Maschine verändert werden?
  21. Wie kann sich der Mensch vor möglichen Überraschungen schützen?